Frank Behling zu den Korvetten
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Kommentar Frank Behling zu den Korvetten

Als die Werften Lürssen und TKMS kürzlich ihr Angebot beim Verteidigungsministerium einreichten, stand da eine Summe von 2,9 Milliarden Euro drunter. Nein, nicht für fünf große Fregatten oder U-Boote. Es handelt sich um ein Angebot zum Bau von fünf kleinen Korvetten, jeweils nicht mal 90 Meter lang.

Versuchen kann man es ja. Wenn die kolportierten Reaktionen aus dem Büro der zuständigen Staatssekretärin Katrin Suder stimmen, wurde es danach laut im Telefongespräch mit den Werftchefs. Mit einer normalen Preissteigerung hat die Forderung der Werften nichts zu tun. Schon einmal wurde die Bundeswehr von der Industrie bei der Erweiterung einer Schiffsklasse ausgenommen. Der dritte Einsatzgruppenversorger „Bonn“ war teurer als seine Schwesterschiffe zusammen. So etwas darf sich nicht wiederholen.

 Die Parlamentarier hatten deshalb ein Limit von 1,5 Milliarden Euro gesetzt. Eine Preissteigerung von 400 Millionen Euro ist nach den Verhältnissen im Schiffbau mehr als gut dimensioniert. Wenn die Werften die Korvetten für diese Summe nicht bauen wollen, muss der Auftrag neu ausgeschrieben werden. Daran führt kein Weg vorbei. Der Versuch der beiden Werften ist aus den Erfahrungen der Vergangenheit nachvollziehbar. Das Führungsteam im Ministerium ist aber angetreten, um bei Rüstungsprojekten endlich die Wende zu schaffen. Jetzt ist die Chance dazu gekommen.

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Zu teuer?

Um den Bau von fünf neuen Korvetten ist ein heftiger Streit zwischen den Werften und dem Verteidigungsministerium entbrannt. Ob die fünf Schiffe wie geplant noch vor der Bundestagswahl bestellt werden und ab 2019 in Fahrt gehen können, steht in den Sternen.

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