Heimtückischer Mord mit Küchenmesser?
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Prostituierten-Prozess Heimtückischer Mord mit Küchenmesser?

Vor dem Schwurgericht in Kiel hat der Prozess gegen eine 28-jährige Prostituierte begonnen. Ihr wird ein heimtückischer Mord vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft hat die Frau am 12. Oktober einen 58 Jahre alten Mann in dessen Wohnung in Bad Segeberg mit einem Küchenmesser erstochen.

Das Kieler Schwurgericht unter Vorsitz von Richter Jörg Brommann (Mitte) verhandelt gegen eine 28-jährige Prostituierte, die in Bad Segeberg einen 58 Jahre alten Mann in dessen Wohnung erstochen haben soll.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg / Kiel. Der Angriff kam für das Opfer offenbar aus heiterem Himmel. Der Mann, ein Steuerberater, habe nachts auf dem Bett seiner Wohnung gelegen und sich von der Frau die Hände mit einer Krawatte fesseln lassen, schilderte die Staatsanwältin. Außerdem habe die Angeklagte ihm mit einer weiteren Krawatte die Augen verbunden und sich auf seinen Schoß gesetzt. 

Doch das erwartete Liebesspiel blieb aus. Stattdessen habe die Frau plötzlich ein Messer in der Hand gehabt. "Sie wollte ihm das Messer in das Herz rammen", trug die Staatsanwältin vor. Doch der Mann habe sich gewehrt. Dennoch trafen ihn zwei Stiche in Hals und Oberbauch.

Der 58-Jährige konnte sich befreien, noch die Polizei alarmieren, brach dann aber im Flur seiner Wohnung zusammen und starb wenig später im Krankenhaus an inneren Blutungen. Das Schwurgericht unter Vorsitz von Richter Jörg Brommann lehnte den von der Verteidigung beantragten Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Lediglich bei der Erstattung des psychiatrischen Gutachtens werden die Zuhörer den Saal verlassen müssen. 

Es sind vier Verhandlungstage angesetzt. Die 28-jährige Angeklagte werde sich vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern, sagte ihr Anwalt am ersten Verhandlungstag.

Ein Kripobeamter berichtete vor Gericht von der Vernehmung der Frau. Sie habe von einem Blackout gesprochen, sagte der Ermittler. Nachdem sie bereits allein eine Flasche Sekt getrunken habe, will sie mit dem späteren Opfer eine weitere Flasche geleert und auch noch Weißwein getrunken haben. Streit habe es dabei laut ihrer Aussage nicht gegeben. Später habe sie den nackt auf dem Bett liegenden Mann fesseln sollen. Dann habe sie Erinnerungslücken. Ihre nächste Sequenz sei demnach gewesen: der Mann habe sie vor dem Bett gewürgt.

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