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Zebras vor Barcelona Kann der THW den Schalter umlegen?

Am Mittwochabend setzte der THW Kiel mit dem 23:23 gegen GWD Minden seine ostwestfälische Durststrecke fort. Ist das Pulver der Zebras nach dem Einzug ins Champions-League-Viertelfinale und dem Pokalsieg in Hamburg verschossen?

THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg verwarf gegen Minden drei Siebenmeter, erzielte vier Tore aus dem Feld.

Quelle: Sonja Paar

Kiel.  In der Bundesliga gerät die erneute Qualifikation für die Königsklasse zusehends in Gefahr, hätten die Füchse Berlin (28:28 in Melsungen) fast zum Rekordmeister aufgeschlossen.

„Es gelingt uns nicht, zwischen diesen ganzen Events den Schalter umzulegen“, sagte THW-Geschäftsführer Thorsten Storm, während GWD-Trainer Frank Carstens seinen Gefühlen freien Lauf ließ. „Ich habe ein Wirrwarr in Herz und Kopf, so richtig weiß ich nicht, was ich fühlen soll. Ich habe in der Kabine der Mannschaft verboten, sich zu ärgern, schließlich haben wir einen Punkt in Kiel geholt – das hat aber nicht funktioniert.“ Gegen die Löwen im Champions-League-Achtelfinale und im Pokal-Finale gegen Flensburg auf den Punkt fokussiert, im Liga-Alltag weit hinter den Erwartungen, den FC Barcelona am Sonntag (17.30 Uhr, Sparkassen-Arena) auf dem Weg nach Köln vor der Brust. „Man sieht, dass der eine oder andere sehr müde ist, aber es hilft ja nichts, wir haben dieses Programm", sagte THW-Trainer Alfred Gislason. "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben und gekämpft. Wir müssen am Sonntag besser spielen, vor allem mit mehr Lockerheit, müssen unsere Chancen nutzen und sehen, dass es aufwärts geht.“

Seit dem triumphalen Final Four in Hamburg geht es jedoch eher abwärts, in Lemgo in der Defensive, gegen Minden in der Offensive. „Wir haben insgesamt kein schlechtes Spiel gemacht – nur wenn du 25 Bälle verwirfst, kannst du in der Bundesliga gegen keinen Gegner gewinnen. Am Sonntag müssen wir viel mehr zeigen und alles in die Waagschale werfen“, sagte Christian Dissinger. Und Linksaußen Rune Dahmke, der nach dem Ausfall von Kapitän Domagoj Duvnjak (Knie-OP) auch als Mittelmann zur Option avancierte, gewinnt dem Top-Spiel gegen den katalanischen Mega-Rivalen Positives ab: „Am Sonntag wird alles anders sein, vielleicht ist es in der momentanen Situation sogar gut, dass jetzt so ein Kracher kommt.“

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